Lutherweg in Sachsen-Anhalt
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Taufzentrum in Lutherstadt Eisleben

(27.08.2010) — johannes.killyen

Eisleben (epd). In der Taufkirche des Reformators Martin Luther (1483-1546) in Eisleben (Sachsen-Anhalt) soll ein ökumenisches Taufzentrum entstehen. Dazu ist in der Petri-Pauli-Kirche unter ande-rem die Gestaltung eines neuen in den Boden eingelassenen Taufbeckens vorgesehen, das durch Stufen zugänglich ist, teilte die evangelische Kirchengemeinde St. Andreas-Nicolai-Petri am 26. August in Eisleben mit. Mit der Ausführung sei das Berliner Büro "AFF Architekten" beauftragt worden.

Das "Zentrum Taufe" solle sich für alle Praktiken der christlichen Taufe wie Übergießen, Eintauchen und Untertauchen eignen, hieß es. Baubeginn ist den Angaben zufolge noch in diesem Jahr. Vorausgegangen war ein Auswahlverfahren unter Beteiligung von fünf Architekturbüros aus Deutschland und der Schweiz.

Das neue Taufzentrum soll nicht nur Protestanten, sondern alle Menschen christlichen Glaubens sowie Pilger und Touristen zum Besuch einladen, hieß es. Er soll am Schnittpunkt zwischen der Längsachse und der Querachse im Mittelschiff der Kirche eingerichtet werden. Dort werde eine neue Bodenplatte mit dem neuen Taufbecken unter dem Bodenniveau eingelassen. Zum Plan gehören zudem die Ent-wicklung von Stühlen und Bänken aus Obstgehölzen sowie ein Beleuchtungsnetz mit LED-Lampen.

Der Ort soll auch auswärtigen Besuchern für Tauferinnerungsfeiern zur Verfügung stehen. Zudem könnten sich Fremde im Beisein ihrer Heimatgemeinde taufen lassen, heißt es. Gefördert wird das Projekt laut Gemeinde unter anderem aus dem Investitionsprogramm Nationale UNESCO-Welterbestätten. Der Siegerentwurf wird auch am Sonntag in der Kirche bei einem Festgottesdienst mit der Magdeburger Bischöfin Ilse Junkermann vorgestellt (10 Uhr).

Eisleben ist Geburts- und Sterbeort von Martin Luther. Er wurde am 11. November 1483, einen Tag nach seiner Geburt, in der Petri-Pauli-Kirche getauft. Der heutige Taufstein stellt einen Nachbau dar, der Fragmente des lutherischen Originals enthalten soll. Unweit der Kirche befindet sich ein Museumsensemble, in dessen Mittelpunkt das Geburtshaus steht. Das Gebäude ist ebenso wie das Sterbehaus des Reformators seit 1996 Weltkulturerbe der UNESCO. (4551/26.08.2010)


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