Der Lutherweg in Sachsen

Der Lutherweg in Sachsen führt zu Orten, in denen sehr bald die Reformation Fuß fasste, wie in Torgau, Eilenburg und Zwickau. Einige Stationen sind eng verbunden mit dem Lebensweg der Frau Luthers, Katharina von Bora. Sie floh aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma, bewirtschaftete später das Gut Zöllsdorf bei Neukieritzsch und starb in Torgau. Eine Frau, Herzogin Elisabeth von Sachsen, führte im Rochlitzer Gebiet 1537 die Reformation ein. An anderen Orten geschah es nach 1539. Beispielsweise Leipzig. Dort fand 1519 die berühmte Leipziger Disputation statt. Infolge des Bannes und der Reichsacht konnte Luther erst nach 1539 wieder mehrfach hierher kommen.

Am Lutherweg liegen Orte, wo bis heute spürbare Auswirkungen und Impulse der Reformation sichtbar sind, beispielsweise in Grimma (Schulbildung), in Torgau und in Colditz (Musik) und in Leisnig (neue Konzeptionen zur Erfüllung sozialer Aufgaben).

Unterwegs ist zu entdecken, wie die Anliegen der Reformation den Bau und die Ausgestaltung evangelischer Kirchen prägen. Herausragende Zeugnisse der Frömmigkeit in vorreformatorischer Zeit sind einbezogen, auch Wurzen und Mügeln, wo zeitweilig katholische Bischöfe residierten.

Durch Luther wurde in der deutschen Sprache das Wort "gastfrei" heimisch. Seinen Studenten gab er die Empfehlung: "Gastfreiheit ist an allen Orten, wo Kirche ist". Die Orte und Kirchen entlang des Lutherweges erwarten Sie als Gäste und werden gute Gastgeber sein.

Die angegebenen Touristinformationen und Institutionen sowie die Kirchgemeinden freuen sich auf Ihren Besuch.

Wir wünschen Ihnen interessante Erfahrungen und Begegnungen auf dem Sächsischen Lutherweg. Nehmen Sie sich Zeit zur Besinnung wie auch zum Gebet und gehen Sie auf Spuren Martin Luthers und der Wege der Reformation.

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Grußwort des Schirmherrn des Lutherweges in Sachsen, Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler

Sachsen ist das Mutterland der Reformation.

Im Zeitalter der Reformation hat Sachsen weite Teile Mitteldeutschlands umfasst. Nirgendwo sonst ist das Netz der Lutherstätten daher so dicht gespannt wie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Orte, die vom Lutherweg Sachsen miteinander verbunden werden, sind keine Dreh- und Angelpunkte, aber Schnittpunkte auf der Landkarte der Reformation und im Leben ihres großen Begründers. Auf seinen Reisen war Martin Luther immer wieder in Sachsen unterwegs. Hier hat er gepredigt und disputiert.

Der Lutherweg Sachsen stellt den Bezug zur Gegenwart her und soll uns daran erinnern, dass die Reformation als ein Prozess immerwährender Aktualität und Aktualisierung zu verstehen ist. Es ist ein Prozess, der sich im Christsein selbst vollzieht und als Anspruch des Einzelnen an keine historische Epoche gebunden ist. Reformatorischer Geist ist in Sachsen immer lebendig geblieben. Für mich ist es daher kein Zufall, dass die Friedliche Revolution von 1989 in Sachsen siegreich war. Hier waren die Kirchen die Keimzellen der Opposition, von denen aus der Ruf nach Reformen auf die Straßen und Plätze unseres Landes hinausgetragen wurde.

Luther war ein Reformator und kein Revolutionär. Aber mit seiner Persönlichkeit ist das Bild eines Menschen verbunden, der nicht nur jedem Jahrhundert, sondern jeder Generation etwas Neues zu sagen hat. Ihm zu begegnen heißt überall, von ihm zu lernen. Das gilt natürlich in erster Linie für sein Werk: Die Übersetzung der Bibel und die zahlreichen Schriften, die sich mit allen Bereichen des gesellschaftlichen und persönlichen Lebens auseinandersetzen. Er hat unseren christlichen Glauben erneuert und zu seinen Wurzeln zurückgeführt.

Den Schriften folgen die Stätten seiner Wirksamkeit, als Orte der Bildung, der Begegnung und der Meditation. Es sind Orte, an denen der Reisende, der Wanderer, der Spaziergänger Luther, seinen Wirkungskreis und die historischen Stätten, die ihn umgeben haben, aufsuchen und auf seine eigene Weise wiederentdecken und interpretieren kann.

Ich bin mir ganz sicher, dass alle Kommunen und Kirchgemeinden, die sich am Lutherweg Sachsen befinden, mit diesem Projekt an die bisher gesammelten guten Erfahrungen und Traditionen anknüpfen werden. Vor allem aber werden sie in Zukunft noch stärker an Anziehungskraft gewinnen und weit über den Freistaat Sachsen hinaus zur Stärkung des Rufes unseres Landes als historisches Zentrum und lebendige Landschaft der Reformation beizutragen.

Lutherweg in den Bundesländern


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Sachsen Anhalt

Auf 410 Kilometern geht es durch viele landschaftlich und kulturell gleichermaßen einmalige Landschaften, vorbei an der Straße der Romanik, einmaligen Parks und Gärten und abwechslungsreichen Flüssen und Seen, die Sachsen-Anhalt wie ein Blaues Band durchziehen.

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Sachsen

Der Lutherweg in Sachsen führt zu Orten, in denen sehr bald die Reformation Fuß fasste, wie in Torgau, Eilenburg und Zwickau. Einige Stationen sind eng verbunden mit dem Lebensweg der Frau Luthers, Katharina von Bora.

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Thüringen

Berührende, erlebnisreiche, zur Auseinandersetzung reizende Begegnungen mit dem Reformator und den vielen faszinierenden Stätten der Reformation in Thüringen.

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Bayern

In einer Südschlaufe durchzieht der aus Thüringen kommende Lutherweg auf einer Länge von 96 km das Coburger Land (davon 11 km in Thüringen). Er verbindet Städte der Reformation Neustadt b. Coburg, Coburg und Bad Rodach.

Lutherweg1521Logo
Hessen

Beschwerlich und voller Gefahren war die Reise Martin Luthers im Frühjahr 1521 zum Reichstag nach Worms und als Geächteter des Kaisers zurück zur Wartburg bei Eisenach. Heute steht der Weg als Symbol für den Wandel vom Mittelalter zur Neuzeit.