Thüringen: Altenburg als Versuchsfeld der Reformation

Altenburg war eine der wichtigsten Residenzen der sächsisch-ernestinischen Kurfürsten. Georg Spalatin hatte als enger Vertrauter und Geheimsekretär Friedrich des Weisen jahrelang zwischen diesem und Luther vermittelt. Spätestens ab 1514 verband den humanistisch geprägten Höfling eine lebenslange Freundschaft mit Luther. Als dieser nach dem Reichstag zu Worms in großer Gefahr war, setzte er sich für die „Entführung“ auf die Wartburg ein. Auch hielt er die Verbindung während des Aufenthaltes auf der Burg aufrecht, besorgte ihm seine Korrespondenzen, versorgte Luther mit Notwendigem. Er blieb auf Luthers Bitte bis zu Friedrichs Tod an dessen Seite.

1525 übernahm Spalatin die Altenburger Pfarrstelle, wurde später Superintendent und Visitator. Er setzte Luthers Reformation praktisch um. 16-mal besuchte Luther Altenburg; der wohl wichtigste Aufenthalt war der von 1519. Der päpstliche Gesandte Miltitz war gekommen, um herauszufinden, ob Luther auf seinen Thesen beharren würde. Auf Vermittlung Spalatins wurde ein „Schweigeabkommen“ als letzter Versuch einer Einigung im Guten geschlossen. Es hielt nicht lange.

Der Rundweg Spalatinpfad verbindet die wichtigsten Orte der Reformation: die Stadtkirche St. Bartolomäi mit der Dauerausstellung „Freiheit und Glauben“, das Residenzschloss der Wettiner, das von Kaiser Barbarossa erbaute Augustiner-Chorherrenstift „Rote Spitzen“, das prächtige Renaissance-Rathaus von Nikolaus Grohmann und die Brüderkirche, deren Fassade eine Lutherstatue schmückt. Sie zeugen von den Wegen zu Luther in Altenburg.

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