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St. Laurentius Meeder - Meeder

Friedensarbeit Meeder, 1074 erstmals erwähnt, gehört neben Heldburg, Fechheim und Eisfeld zu den ältesten Kirchengemeinden der Region, darum auch „Urpfarrei“ genannt. Das Gebiet der Stadt Coburg war einst Teil der Parochie Meeder. 1198/1202 wurde die Kirchengemeinde dem Benediktinerinnenkloster
Veilsdorf inkorporiert (seit 1446 Männerkloster). Im Zuge der Reformation veranlasste die Gemeinde, die Mönche durch Weltgeistliche (Pfarrer und Kaplan) zu ersetzen. 

Die Laurentiuskirche ist die einzige im Coburger Land mit zwei gleich hohen Kirchtürmen. Sie weist noch romanische Bauelemente (Kirchturm) auf. Im 15. Jh. entstand der gotische Chor. 1722 –1724 wurde ein neues Kirchenschiff erbaut. Seitdem ist die Kirche im Wesentlichen unverändert geblieben. Im Chor befindet sich an der Nordwand das Epitaph der Familie des Hans von Sternberg zu Schenkenau (1576) und seiner Ehegattin Anna, geb. von Rosenberg. Das Geschlecht von Sternberg war im 15. und 16. Jh. in der Region bedeutend. Ihr Stammsitz war Schloss Callenberg, ihr bekanntestes Familienmitglied ist Hans von Sternberg (s. S. 20). Weitere Grabmäler, auch an der Außenwand, erinnern an die Familie. Beachtenswert sind die moderne Pieta und der Taufstein sowie die Segenswand. 

Hier wird ein Jahr lang an die Getauften, die Konfirmanden, die Brautpaare und die Verstorbenen mit ihren Segensworten erinnert. Segen ist etwas anderes als Glück. Segen, der einem Menschen unter Handauflegung zugesprochen wird, sagt ihm: „Gott begleitet dich. Gott behütet dich. Er geht mit dir durch die Höhen und Tiefen deines Lebens.“

So bitten Christen an den Wegkreuzungen ihres Lebens um Gottes Segen. Jedes Jahr feiert die Gemeinde Meeder Friedensdankfest und erinnert an den „bestätigten Religions- und Reichsfrieden“, der am 19. August 1650 im Fürstentum Coburg erstmals gefeiert wurde. Der Dreißigjährige Krieg, 1618 im Spannungsfeld der Konfessionen ausgelöst, war mit all seinen Schrecken zu Ende. Die Menschen waren dankbar und hofften auf ein Leben in Frieden. So empfand man auch nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft gab es Übergriffe auf das Leben der Gemeinde. Werner Pürckhauer, Pfarrer der Bekennenden Kirche, führte einen schweren Kampf gegen die Nationalsozialisten in Meeder und Wiesenfeld. Die Friedensgemeinde Meeder fühlt sich seither der Wahrung und Förderung des Friedens verpflichtet. Seit 1971 lädt die Gemeinde alle zehn Jahre die ganze Region Coburg zu einem zentralen Friedensfest ein. Seit den 1980er Jahren ist die Kirchengemeinde Meeder über die Region hinaus durch ihr Friedensmuseum bekannt geworden. Hier wird unter anderem an die bedeutende Coburger Friedensaktivistin Anna B. Eckstein (1868 –1947) erinnert. Sie wurde zu einer Wegbereiterin für den Völkerbund und die Vereinten Nationen.
  • kostenloser Zugang möglich
  • WC Benutzung nicht möglich
  • Betreuer/ Führer nicht anwesend
  • Stempel ist vorhanden
sonstige Angebote ständig:
  • Gottesdienst, Sonntags 9:30 Uhr
  • Friedensgebet, Donnerstags 19:30 Uhr
  • Führungen auf Anfrage
  • Führungen Lernwerkstatt Frieden (info@friedensmuseum-meeder.de)

Welche Materialien liegen aus?

gemischter Schriftentisch

St. Laurentius Meeder

Schlosshof 2
96484 Meeder

Fon 09566/ 80 18 8

Öffnungszeiten
Ansprechpartnerinnen:
Pfarrerin Kirsztina Kollei
Sekretariat Heidi Sollmann