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St.- Moriz- Kirche Coburg - Coburg

Die Coburger begannen im 14. Jh. mit dem Bau einer Pfarrkirche im neuen „gotischen“ Stil. Erster Bauabschnitt war der Ostchor. 1520 wurde der Neubau des Kirchenschiffs begonnen. Als Luther 1530 in der Morizkirche predigte, war die Halle (dreischiffig) fast fertig. Erst gegen Ende des 16. Jh. wurden die Kirche mit dem Fürstenstand und der Nordturm endgültig vollendet. Der Südturm („Rabenturm“) wurde nicht mehr ausgeführt. Ab 1740 erfolgte eine tiefgreifende Umgestaltung des Kirchenraums im Stil des frühen Rokoko. Sie prägt bis heute die Innenansicht der Kirche, die in spannungsvollem
Kontrast zur gotischen Außenansicht durch die klaren Fenster, den Einbau von zwei Emporen, den Stuck, die Formensprache und die Farbgebung steht. Bis 1860 war die Kirche Grablege des herzoglichen Hauses. Epitaph im Chorraum Die Kirche wird vom Epitaph für Herzog Johann Friedrich II. (1529 –1595) im Chorraum beherrscht. Herzog Johann Casimir ließ es 1595 –1598 für seinen im österreichischen Exil verstorbenen Vater aus Heldburger Alabaster errichten (Nikolaus Bergner, Pößneck). Dieses besondere Beispiel lutherisch geprägter Kunst kommt ohne Heilige und ihre Legenden aus. Es bezieht sich nur auf die Bibel, ihre Geschichten und Personen. Das untere Relief stellt die Überführung des Erzvaters Jakob aus Ägypten nach Israel dar: So war Herzog Johann Friedrich um seines Glaubens willen als kaiserlicher Gefangener im österreichischen Exil (Wiener Neustadt). Ägypten wird zur Chiffre für das katholische Kaiserreich. Erst nach dem Tod kann er nach Coburg auf evangelischen Boden,in das „Land seiner Väter“, zurückgebracht werden. Darüber folgen die Kernstücke vangelischen Glaubens: die Kreuzigung, die Grablegung und die Auferstehung. Wohl schickt Gott Kreuz und Tod, aber der auferstandene Christus steht mit der Siegesfahne ganz oben auf dem Grabmal als Ausdruck evangelischen Glaubens, christlicher Hoffnung, protestantischen Trotzes. Orgel Wer sich umdreht, sieht auf der zweiten Empore die mächtige Orgel, 1989 im Gehäuse von 1740 neu gebaut (Schuke, Berlin). Die reiche Kirchenmusik in St. Moriz steht in der Tradition protestantischer Kirchenmusik. Die Reformation war und ist auch eine Sing- und Musikbewegung. Mitsingen bedeutet Mitwirken im Gottesdienst: Es gibt keinen evangelischen Gottesdienst ohne (singende) Gemeinde. Viele Choräle, aber auch die großen Werke von Bach und anderen Meistern berühren uns bis heute tief und persönlich mit ihrer Glaubenssprache. Sie geben unseren Fragen und unserem Glauben Worte. Beim Blättern im Gesangbuch begegnen sie uns überraschend. Luther und die Morizkirche Die Lutherbüste neben der Südosttüre erinnert an die sieben Predigten, die der Reformator in der Osterwoche 1530 in der Morizkirche gehalten hat. Die Kanzel, von der Luther gepredigt hat, ist der Renovierung von 1740 zum Opfer gefallen. Sie war an einem der mittleren Pfeiler der Südseite angebracht. In der Nordostecke finden Sie einen Ort für Ihre Andacht: Ein Meditationsbild, ein Kerzenleuchter, ein Stuhlkreis laden Sie ein, in die Stille zu treten, zu beten, im Gesangbuch zu blättern, eine Kerze anzuzünden – für den eigenen Weg, für die zuhause Gebliebenen.

  • WC Benutzung möglich ( im Pfarramt Mo.-Fr. 9-12:00 Uhr, Do. 14-17:00 Uhr)



St.- Moriz- Kirche Coburg

Pfarrgasse 7
96450 Coburg

Fon 09561/ 87 14 24

Öffnungszeiten
Mo, Mi, Do, Fr, 09:00-12:00 Uhr
Dienstag geschlossen