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Franckesche Stiftungen zu Halle - Halle (Saale)

Luthers Erbe und Franckes Werk: Die Vollendung zentraler Ideen der Reformation Die Franckeschen Stiftungen sind der Ort, an dem 200 Jahre nach der Reformation August Hermann Francke (1663-1727) die reformatorischen Ideen von Martin Luther aufgriff und erfolgreich in die Praxis umsetzte. Von hier aus ging das Luthertum bis in die seinerzeit verborgensten Winkel der Erde. Vor diesem Hintergrund begreifen sich die Franckeschen Stiftungen noch heute als einen wichtigen Ort der Pflege und Weiterentwicklung des lutherischen Erbes.

Vor 300 Jahren hatte der Pfarrer und Universitätsprofessor August Hermann Francke vor den Toren Halles eine Schulstadt von europäischem Rang gegründet, deren weltweit einmaliges Ensemble erhalten geblieben ist und heute wieder als kultureller Bildungskosmos internationale Anerkennung findet. Franckes pädagogische und religiöse Reformen knüpften dezidiert an Luthers Forderungen an und wurden von seinen Schülern in die Welt getragen. Die erste protestantische Mission, die Diakonie, die Realschule in Deutschland, Millionen deutschsprachiger Volksbibeln und eine Vielzahl der gängigen evangelischen Kirchenlieder haben ihren Ausgangspunkt in den Franckeschen Stiftungen. Mit dem Historischen Waisenhaus, dem längsten Fachwerkhaus Europas, der original erhaltenen barocken Wunderkammer und einer frühmodernen Kulissenbibliothek bieten sie einen anschaulichen Einblick in die Lebenswelt einer der bedeutendsten protestantischen Bildungsanstalten des 18. Jahrhunderts.


Museale Sehenswürdigkeiten
Die Franckeschen Stiftungen sind mit ihrem bis heute erhalten gebliebenen Bauensemble ein Freilichtmuseum besonderer Art, u.a. mit dem größten Fachwerkwohnhaus Europas. Am Eingangstor der Stiftungen steht das Wohnhaus des Stifters, wo sich heute neben dem Infozentrum das Francke-Kabinett befindet, das die außergewöhnliche Tatkraft und Begabungen des Stifters als Theologe, Sozialreformer, Pädagoge, Global-Player u.v.m. spiegelt. Im Historischen Waisenhaus, welches sich gegenüber eindrucksvoll erhebt, werden in Dauer- und Sonderausstellungen die Geschichte des einzigartigen Reformwerkes des Halleschen Pietismus und die Kulturgeschichte der frühen Neuzeit lebendig. Kleinode aus über 300 Jahren Buchkultur und mehr als 3000 Naturalien, Kuriositäten und Kunstobjekte aus aller Welt bergen die barocke Kulissenbibliothek und die Kunst- und Naturalienkammer. Ursprünglich zu Unterrichtszwecken angelegt, gilt die Wunderkammer Franckes als ältester bürgerlicher, an originaler Stelle erhaltener Museumsraum Europas.

Regelmäßige Angebote
Bibeldienstage 
Wann: jeden Dienstag 17 Uhr
Wo: Bibelmansarde im Francke-Wohnhaus
Über die Texte der Bibel nachzudenken, ist eine Methode so alt wie die Texte selbst. Was biblische Texte bewirken, ist sehr verschieden und abhängig von verschiedenen Lebenssituationen. In Gesprächen, beim Singen, Meditieren und auch Streiten mit und über die Texte erweist sich die Botschaft der Bibel für uns und unsere Zeit. Eine Veranstaltungsreihe mit dem Stiftungspfarrer Eckart Warner und theologischen Partnern. 

Öffentliche Führungen 
Wann: Jeden Samstag 11 Uhr
Treffpunkt: Infozentrum im Francke-Wohnhaus
Der Rundgang durch die Franckeschen Stiftungen macht mit ihrer 300jährigen Geschichte und lebendigen Gegenwart bekannt und führt über das historische Gelände des überwiegend von Fachwerkbauten umgebenen Lindenhofes zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Denkmälern und Schatzkammern.

Führungen für Gruppen
Wann: für Gruppen nach Vereinbarung
Treffpunkt: Infozentrum im Francke-Wohnhaus
Führungen durch die Franckeschen Stiftungen sind auch für Gruppen buchbar. Alle Führungen sind ganzjährig während der Öffnungszeiten buchbar, abhängig von der Verfügbarkeit unserer Herumführer. Unsere Führungen können in englischer, französischer und russischer sowie in Gebärdensprache durchgeführt werden. Bitte wenden Sie sich an unser Infozentrum, um Ihren Besuch zu planen.

  • Führer im Museum
  • WC Nutzung möglich
  • Stempel im Infozentrum


Termine/Ausstellungen:

Jahresausstellung 2020 im Historischen Waisenhaus

"Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie"  

Steine sind rätselhafte Relikte vergangener Zeiten, blinken in Schmuck. Sie dienen als Rohstoff, gelten als Glücksbringer und Heiler. Ihrer erdgeschichtlichen Erforschung und Deutung widmet sich die Jahresausstellung im Historischen Waisenhaus und nimmt hier erstmals auch die Geschichte der Geologie in den Blick.

Im Zentrum steht die Zeit um 1800, in der sich das Wissen über die lange unvorstellbaren Vorgänge auf und unter der Erdoberfläche zu einer revolutionären Erkenntnis verdichtet: der Entdeckung der Erdzeit. Die Ausstellung lädt ein, die  den aufregenden Beginn einer neuen Wissenschaft mitzuerleben. In Wunderkammern sucht sie nach vermeintlichen Zeugen einer vorsintflutlichen Zeit und fragt nach dem Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaft. Mit seltenen geologische Karten und historische Forschungsinstrumenten, über 70 eindrucksvollen Mineralen, Gesteinen und Fossilien sowie wertvollen Handschriften u.a. von Johann Wolfgang von Goethe und Alexander von Humboldt wird der Alltag der frühen Naturforscher lebendig. Multimediale Installationen wecken den eigenen geologischen Entdeckerdrang und schlagen den Bogen zum Anthropozän, unserem aktuellen Zeitalter, in dem der Mensch selbst zu einem bedeutenden geologischen Einflussfaktor geworden ist.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.francke-halle.de/de/ausstellungdetail/im-steinbruch-der-zeit-erdgeschichten-und-die-anfaenge-der-geologie/

Franckesche Stiftungen zu Halle

Franckeplatz 1, Haus 37
06110 Halle (Saale)

Fon 03 45 / 2 12 74 50
Fax 03 45/ 212 74 33

Öffnungszeiten
Gelände ganzjährig frei zugänglich

Historisches Waisenhaus, Historische Bibliothek, Kunst- und Naturalienkammer, Francke-Wohnhaus:
Di – So, Feiertag: 10.00 - 17.00 Uhr (6 €, ermäß. 4 €, Führungen ab 30 €)

Krokoseum für Kinder und Familien: Mo.- Do. 14.00 – 18.00 Uhr (Eintritt frei)
letzter So. im Monat Familienworkshop ( 8 € p. Fam.)